SF Heilige Messe zu Christi Himmelfahrt

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Erhöhung Christi und des Menschen
Vierzig Tage nach Ostern feiern die Christen Christi Himmelfahrt. In der Bibel wird erzählt, dass Jesus nach seiner Auferstehung vor den Augen seiner Jünger in den Himmel aufgenommen wurde. Für viele klingt das heute fremd oder schwer vorstellbar. Doch hinter diesem Fest steht eine überraschend hoffnungsvolle Aussage über den Menschen.

Christus zieht sich durch seine Himmelfahrt nicht aus der Welt zurück, sein Gang zum Vater ist vielmehr ein Anfang.

Der christliche Glaube sagt: Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Durch seine Menschwerdung betrifft das, was mit ihm geschieht, auch uns. In Jesus wird sichtbar, dass Gott unsere menschliche Wirklichkeit ernst nimmt. Gott handelt nicht fern von der Welt, sondern mitten in ihr.

Der Mensch ist eine Einheit von Leib und Seele. Das Heil besteht nicht in der Flucht aus dem Leib, sondern in dessen Verwandlung und Erlösung. In Jesus Christus hat Gott Fleisch angenommen. Wenn man Materie geringachtet, wird dieses Geheimnis relativiert. Christus erscheint dann eher als geistiger Lehrer als das, was er in Wahrheit ist: menschgewordener Sohn Gottes.

Der christliche Glaube erinnert daran, dass der Mensch für mehr geschaffen ist. Jesus hat das menschliche Leben geteilt, mit allem, was dazugehört: Freude, Freundschaft, Arbeit, aber auch Leid und Tod. Gerade darin zeigt sich, wie nahe Gott dem Menschen kommt.

Die Botschaft von Christi Himmelfahrt lautet deshalb: Der Weg Jesu endet nicht im Grab. Christen glauben, dass der auferstandene Christus in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen wurde und dass damit auch die menschliche Natur eine Zukunft bei Gott hat. Der Apostel Paulus drückt diese Hoffnung mit einem kurzen Satz aus: „Für mich ist Christus das Leben, und Sterben Gewinn.“ Damit meint er: Das Leben des Menschen endet nicht im Nichts. Es ist auf eine grössere Wirklichkeit hin geöffnet.

Dieses Fest erinnert daran, dass der Mensch nicht nur für dafür geschaffen ist, ein paar Jahrzehnte auf dieser Erde zu verbringen. Sein Leben hat eine tiefere Bestimmung: die Gemeinschaft mit Gott.