SF Mitternachtsmesse mit Cäcilienchor, Soli und Ensemble

Maria_Josef (Foto: Redaktion Webseite)
Die Christmette ist die feierliche Messe zur Geburt Jesu Christi, die traditionell in der Heiligen Nacht gefeiert wird – oft um Mitternacht oder in den späten Abendstunden des 24. Dezembers. Sie eröffnet liturgisch das Hochfest der Geburt des Herrn und gehört zu den bedeutendsten Gottesdiensten des Kirchenjahres.

Sie hat ihren Ursprung im alten Brauch Roms, drei Messen am Weihnachtsfest zu feiern: die Messe in der Nacht (Missa in nocte), die Messe im Morgengrauen (Missa in aurora) und die Tagesmesse (Missa in die). Die Christmette entspricht der nächtlichen Feier.

Die Christmette zeichnet den Übergang vom Dunkel zum Licht nach. In der Nacht der Welt kommt das wahre Licht, das alle Finsternis überwindet. Die liturgische Stunde drückt eine anthropologische Wahrheit aus: Der Mensch lebt aus Hoffnung, und Hoffnung erwacht dort, wo Gott in die Geschichte eintritt.

Weihnachten geht unendlich über ein 'schönes Familienfest' hinaus, es ist das Fest des neuen Friedensherrschers. Vom Lobgesang der Engel an, gehört die Friedensverheissung zu diesem Fest: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden Friede bei den Menschen seiner Gnade." (Lukas 2,14) Dieser Friede geht weder von Parlamenten noch politischen Herrschern aus (er entlarvt vielmehr immer wieder menschliches Versagen), sondern – unmöglich und paradox – von einem kindlichen Herrscher: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn; Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist gross, und der Friede hat kein Ende." (Jesaja 9,5-6, erste Lesung in der Heiligen Nacht und Eröffnungsvers der Messe am Morgen)

Diese Messe wird musikalisch begleitet vom Cäcilienchor, Soli und Ensemble. Es wird das Werk "Missa brevis in F" von J. Haydn zu hören sein.

Zu Beginn der Christmette singt unser Vikar das Martyrologium. Dies ist das liturgische Verzeichnis der Heiligen und Seligen, geordnet nach den Kalendertagen. Ursprünglich wurde es in den klösterlichen Horen täglich verlesen, um die Gemeinschaft mit den Zeugen des Glaubens zu betonen. Der Name leitet sich vom griechischen martyria (Zeugnis) her; es geht nicht primär um Märtyrer im engen Sinn, sondern um jene, die durch ihr Leben und Sterben Christus bezeugt haben.

Es handelt sich um eine poetisch-theologische Verkündigung der Geburt Christi, die die Ankunft des Erlösers in den großen Zusammenhang der Heilsgeschichte und der Weltgeschichte stellt. Diese Verkündigung nennt:
- die Schöpfung “im Anfang”
- die Sintflut und die Patriarchen
- den Exodus
- die Könige Israels
- die Weissagungen der Propheten
- wichtige weltgeschichtliche Markierungen (z. B. „im zweiundvierzigsten Jahr der Herrschaft des Kaisers Octavianus Augustus…“)
- den Zeitpunkt der Geburt Jesu „als die ganze Erde im Frieden war“