SF Hl. Messe zum Hochfest der Geburt des Hl. Johannes des Täufers, , Frauenmesse, Kaffeehöck

Johannes der Täufer (Foto: Byzantinischer Mosaizist des 12. Jahrhunderts - The Yorck Project (2002))
Licht und Feuer – Das Fest von Johannes dem Täufer

Das Fest der Geburt Johannes des Täufers am 24. Juni steht im engen Zusammenhang mit der Sommersonnenwende. Während die Sonne ihren höchsten Punkt erreicht, beginnt symbolisch das Licht abzunehmen – passend zu den Worten des Täufers: „Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ Johannes gilt als Wegbereiter Jesu und Zeuge für das Licht, wie es im Johannesevangelium beschrieben wird.

Die Stellung des Festes im Kirchenjahr – sechs Monate vor Weihnachten – verweist auf die biblische Aussage, dass Johannes sechs Monate älter als Jesus war. Theologisch wird mit diesem Datum die Zeit mit dem Leben Jesu verknüpft, etwa auch durch das Fest der Verkündigung (25. März) oder die Auferstehung.

Die Symbolik von Licht und Finsternis ist tief in der christlichen Botschaft verwurzelt. Bereits sein Vater Zacharias spricht prophetisch vom „aufstrahlenden Licht aus der Höhe“. Diese Lichtmetaphorik wird in Liedern und Gebeten des Johannistages aufgenommen.

Zugleich hat die Kirche bei der Christianisierung heidnische Bräuche wie das Sonnenwendfeuer aufgenommen und mit christlicher Bedeutung gefüllt. Das Johannisfeuer steht in Verbindung mit dem Osterfeuer und symbolisiert den Sieg des Lichts über die Dunkelheit. Missbräuchliche ideologische Deutungen – etwa im Nationalsozialismus – widersprechen dem christlichen Verständnis, das auf Christus als wahre Sonne und Herr der Zeit verweist.

Johannes der Täufer bleibt ein Vorbild christlicher Haltung: Er macht sich selbst klein, um Christus Raum zu geben – das Licht, das in der Finsternis leuchtet.