Pfarreiferien 2011

Baden in der Verzasca: Sehr schön war das Tal, aber kalt das Wasser. Trotzdem wagten sich einige ins erfrischende Nass. (Foto: Toni Zweifel)
Baden in der Verzasca: Sehr schön war das Tal, aber kalt das Wasser. Trotzdem wagten sich einige ins erfrischende Nass. (Foto: Toni Zweifel)
Die Besinnungen waren bereichernd, die Freizeitaktivitäten eine schöne Zugabe.
Martin Mohr,
Sie haben mich auch dieses Jahr wieder berührt, bereichert und für den Alltag gestärkt: die Pfarreiferien in Contra (Tessin). Äusserlich ist die Woche geprägt von vielen gemeinsamen Unternehmungen, Ausflügen, Spiel- und Bastelstunden in einer friedvollen Gemeinschaft von 20 Erwachsenen und 11 Kindern. Täglich wiederkehrende Elemente – von der Hl. Messe am Morgen über die Mahlzeiten, eine einfühlsam gestaltete Andachtsstunde, Wanderungen in den sonnigen Tessiner Tälern bis hin zur abendlichen gemütlichen Spiel-Runde – geben der Woche eine Struktur. Sie engt niemanden ein, sondern schafft allen einen passenden Platz. Jeden Tag werden wir so aufs Neue beschenkt mit heiteren, fröhlichen, besinnlichen und nachdenklichen Momenten in einer schönen Gemeinschaft. Die vom Vorbereitungsteam sorgfältig geplanten und organisierten Tagesausflüge gewähren uns eindrückliche Naturerlebnisse bei sommerlich warmem Wetter, etwa im Verzasca-Tal oder im Centovalli. Ich lerne wunderschöne Gegenden kennen, die ich in vielen früheren Tessin-Ferien nie besucht habe, z.B. den italienischen Teil des Val Vedasca oder das Onsernone-Tal. In der bestens ausgerüsteten Unterkunft sind viele Aktivitäten möglich, es hat Platz für alle Interessen und Altersgruppen. Ein gut eingespieltes Küchenteam verwöhnt die Teilnehmer täglich. Allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung mitgewirkt haben, gilt ein grosses und herzliches Danke aller Teilnehmer.
Das Besondere und Bewegende an dieser Woche sind aber für mich trotzdem nicht die (unzweifelhaft sehr erholsamen und beglückenden) Freizeitaktivitäten. Das Wesentliche wird in anderer Weise ständig, überaus deutlich und direkt spürbar. „Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, …“ – ja, es ist diese Mitte, die ich in der ganzen Woche täglich und immer wieder erfahre. Beispiele? Pater Thomas feiert jeden Morgen mit uns die Hl. Messe – als mir ein Missgeschick passiert ist, haben es mindestens zwei Personen beobachtet und mir sofort geholfen – wenn eines der Kinder eine zupackende Hand braucht, braucht es nicht lange zu fragen; die Hand ist sofort da – im Treppenhaus grüsst jeder freundlich – gemeinsame Wanderungen kann jeder in seinem eigenen Tempo geniessen, es wird selbstverständlich auf Schwächere Rücksicht genommen – jeder Einzelne ist wichtig und wird gebraucht – wenn am Schluss eines Picknicks ein Kleidungsstück liegen bleibt, bemerken es sofort mehrere Teilnehmer – die Chauffeure, die unsere Gruppe in entlegene Täler fahren, tun dies höchst verantwortungsvoll – wenn in einer Tischrunde Sitzplätze knapp sind, wird sofort zusammen gerückt – alle nehmen an der täglichen Hausarbeit teil - …
Man könnte die Liste beliebig verlängern. Nicht zufällig trägt die täglich durchgeführte kurze Besinnungs-Zeit nach dem Frühstück den Titel „unsere Mitte“. Hier wird diese Mitte für die Kinder in Form einer tiefgründigen, ergreifend gestalteten Geschichte fassbar, und für alle stellt sie – in Wort und Gesang – Dank und Lob für unseren Schöpfer ins Zentrum. Die gemeinsam gestaltete Freizeit erlebe ich sicher als wohltuende körperliche Erholung – die Ausrichtung auf „unsere Mitte“ ist es aber, die die Pfarrei-Ferienwoche zu einer stärkenden, weitertragenden Erfahrung, zu einem Gottesdienst macht. Dankbar nehme ich diese vielen bleibenden und nachwirkenden Eindrücke mit nach Hause.

Text: Martin Mohr
Bilder von den Teilnehmern, total 9 10-er Alben (mit Doppelklick aufs Bild gelangt man zur Vergrösserung)



Pfarreiferien 2011-9
20.10.2011
9 Bilder
Fotograf/-in
Toni Zweifel